Dienstag, 13. Januar 2004

Ein weiter Weg ...

Als ich morgens aufgewacht bin mußte ich feststellen, daß der 12 km Marsch vom Vortag leicht in meinen Beinen zu spüren war... ich bin es doch nicht mehr gewohnt.
Als mein Zug morgens wieder in Mailand ankam, mußte ich feststellen, daß die netten Menschen der öffentlichen Verkehrsmittel in Mailand ihren Streik auch heute fortsetzten. Schön, ich wollte ja eh laufen. Und da ich diesmal nicht alleine laufen mußte – Rosy wohnt wie gesagt in der Nähe vom Bahnhof – kam mir der Weg bis zur Schule nicht so lang vor.

In der Schule angekommen bin ich dann erst mal zum Schwarzen Brett um nachzusehen welcher Klasse ich nach dem Test zugeteilt worden war. Oh... Überraschung: Sowohl in Konversation als auch in Grammatik Stufe 6!? Oje... hoffentlich bin ich da nicht falsch. Doch zu meiner Überraschung hatte ich absolut keine Probleme, auch wenn ich merken mußte, daß mir einige Grammatik aus Stufe 4 und 5 fehlte...

Mit meinen Lehrern hatte ich wirklich Glück. In Kommunikation hatte ich Barbara – einer 33 jährigen, quirligen und sehr Lebhaften Lehrerin und in Grammatik Bruno – ein unglaublich lockerer und witziger 41 jähriger Lehrer, der es wirklich versteht auch langweiligen und Komplizierten Stoff wie Grammatik leicht und verständlich zu erklären. Nach der Schule wollte ich in die Buchhandlung und mir ein Grammatikbuch kaufen, welches mir Bruno empfohlen hat. Aber da in Italien die meisten Geschäfte über die Mittagszeit geschlossen haben, bin ich mit Rosy in die Innenstadt gelaufen um was zu essen. Ca 3 km bis zum Dom, aber ich war die Lauferei ja schon gewohnt. Anschließend wieder die 3 km zurück zur Schule, in deren Nähe sich der Buchladen befand. Dort habe ich mir 2 Grammatikbücher gekauft die nicht gerade dünn waren. Da ich auch jeden Tag mein Notebook mit mir rumtrug, wurde mein Rucksack jetzt langsam schwer.

Meine Schule „LinguaDue“ befand sich wie gesagt auf dem „Corso Buenos Aires“ und das mailänder Büro meiner Firma befindet sich in der „Viale Monza“ welche laut Stadtplan gleich die nächste Straße ist... Also lauf ich doch mal in die Firma und lern meine Kollegen kennen...

Schade nur, daß man auf dem Plan nicht sehen konnte, wie lang die Viale Monza ist.Denn da wo diese Straße auf dem Plan anfängt, hört mein Stadtplan leider auf und als ich dann irgendwann im Büro angekommen bin mußte ich feststellen daß wir die Hausnummer 258 und das von der Schule noch mal 6 km sind. Im Büro habe ich mich nicht lange aufgehalten. Ich habe zwei meiner Kollegen kennen gelernt, die mir das Büro und die Technik gezeigt haben, dann habe ich noch kurz mit unserem italienischen Manager gesprochen und dann habe ich mich wieder auf meinen 12 km langen Heimweg gemacht für den ich 2 Stunden gebraucht habe (6km bis zur Schule und noch mal 6 bis zum Bahnhof). Da in ganz Mailand Stau war, waren die Firmenwagen leider alle außer Haus.

An diesem Tag habe ich geschworen nie wieder zu Fuß in unser Mailänder Büro zu laufen. Als ich abends heimgekommen bin hatte ich insgesamt einen Fußmarsch von 5 Stunden (30 km) hinter mir. Ich spürte vor lauter Schmerzen weder meine Beine noch meine Füße, aber meine Schwester fand das unglaublich amüsant...