Da ich eine Monatskarte vom RMV besitze, war es nur sinnvoll den Zug zum Flughafen zu nehmen. Wieso sollte mich jemand mit dem Auto fahren, wenn ich umsonst Zug fahren kann!? Trotz eines 23kg Koffers und meinem Notebook im 5kg Handgepäck und obwohl ich in Niedernhausen umsteigen musste und vom Frankfurter Hauptbahnhof noch mit der S-Bahn zum Flughafen fahren musste war die Anreise zum Bahnhof eigentlich nicht schlimm. Ich hatte noch massig Zeit und hab mich erstmal im WLAN Bereich des Flughafens ausgetobt. Wie schön daß mein neues IBM Firmennotebook Wireless LAN gleich integriert hat :o)
Anschließend wollte ich einchecken, aber - die Lufthansa Check-Ins waren absolut überfüllt... das absolute Chaos. Zum Glück habe ich die den neuen(!?) QuickCheck-Ins gefunden. Vielleicht sind sie auch nicht neu - aber ich kannte sie jedenfalls nicht. Das ganze ist ein Automat mit dem man sich selbst ins Flugzeug einchecken kann. Einfach das Ticket in den Schlitz schieben und schon wird man freundlich begrüßt: Guten Tag Herr Franco Caserta!
Nachdem ich bekanntgegeben habe, daß ich gerne einchecken möchte und mich der Computer darauf hingewiesen hat, daß der ganze Flug ein Nichtraucherflug ist (zum Glück rauche ich nicht ;-)) durfte ich meinen Sitzplatz aus den foch freien Plätzen auswählen. Der Computer erklärt mir, daß ich mich für meinen Flug LH3886 um 12.15 Uhr an Gate 32 befinden muß und ich den Sitzplatz Nr. 14E habe, und spuckt mein Ticket wieder aus. Das Ticket noch schnell in den Automat neben an gesteckt ... dieser bestätigt mir nochmal die Daten, die mir sein freundlicher Coputerkollege genannt hat und fragt mich ob ich ein Gepäckstück aufgeben möchte. Natürlich will ich das... also bittet mich der Automat höflich jetzt den Koffer auf das Band zu stellen. Daß der Koffer 3 Kilo zu schwer ist, scheint ihn nicht zu stören und er druckt mir einen Zettel, den ich an meinem Koffer befestige. Nachdem ich die Frage nach weiteren Gepäckstücken verneine, spuckt er mein Ticket wieder aus und wünscht mir einen guten Flug. Das ganze hat keine 5 min gedauert. Ich werfe einen kurzen Blick rüber zu den altmodischen Check-Ins vor denen die Menschen in der langen Schlange mißmutig und brummelnd ständig generft auf die Uhr blicken und kann mir ein grinsen nicht verkneifen. Es lebe das 21. Jahrhundert :-)
Dann merke ich wie hungrig so ein Check-In macht (vielleicht liegts auch daran, daß ich noch nicht gefrühstückt habe) und entscheide mich erstmal was zu essen nachdem ich erfolgreich die Sicherheitskontrolle des Handgepäcks überstanden habe. Seit vor 6 Jahren mal die kleinen Lautsprecher meines Diskman am Frankfurter Flughafen auf Sprengstoff überprüft wurden, hab ich jedesmalein komisches Gefühl wenn ich Technische Geräte mit an Board eines Flugzeugs nehme. Wer will schon daß sein Notebook auseinander genommen oder mit dem blöden Pulver verdreckt wird, mit dem man Sprengstoff erkennen kann? Aber obwohl ich mit einem Rucksack voll mit 5 Kilo Technik daher komme und ich zugeben muß daß Notebook, Akkus, MP3-Player, Ladegeräte, Digitalkamera die ganzen Kabel und sonstige Technik auf dem Monitor für mich jetzt wirklich gefährlich und fast wie ein Sprengsatz aussahen, durfte ich ohne weitere Kontrollen passieren. Gut - darauf hatte ich jetzt auch echt keine Lust. Also erstmal was zu essen suchen... das war aber leichter gesagt als getan. Da ich mich nicht von Schokolade oder Parfüm ernähren wollte hätte ich vielleicht VOR dem Check-In was essen sollen denn hier hab ich nur Duty-Free Shops gefunden und Essen (außer Schokolade) gehört leider nicht dazu. Kurz vor Gate 32 hatte ich aber Glück und hab einen Stand gefunden um den sich bestimmt 40 Menschen drängten, die alle das gleiche Problem hatten wie ich: Hunger (oder Lust auf ein Bier)... als ich dann irgendwann dran kam hatte ich zu lange gewartet und war zu hungrig um mich über die €4.20 für ein einfach Würstchen mit Senf zu beschweren (warte mal... 8,40 DM für eine Wurst? Nicht schlecht)...
Ein kurzer Blick auf die Uhr machte mir klar, daß mein Timing ganz gut war… in 15 Minuten ist “Board Time” also machte ich mich auf zu meinem Gate. Um 12.20 kam jedoch eine Durchsag, dass das sich der Einlaß um 10-15 Minuten verschiebt. Zum Glück blieb es dabei und es gab keine weitere Verzögerung. Den Flug an sich fand ich schön. Ich mag das Gefühl wenn man vom Boden abhebt und der Magen noch einen Moment länger unten bleibt als der Rest. Oder wenn man kurz nach dem Start noch mal in ein Luftloch sackt... ich mag den Anblick wenn die Autos, Häuser und sogar Frankfurts Wolkenkratzer kleiner werden (auch wenn man davon heute durch das schlechte Wetter nicht so viel gesehen hat) und ich mag es wenn man die Wolkendecke durchbricht und den klaren Himmel und Sonnenschein sieht. Vom Lufthansa Service war ich jedoch etwas enttäuscht. Kein Fernsehen, nicht mal Radio. Zum Essen durfte man zwischen einem Salami- und einem Käsebrötchen wählen und nur eine hübsche Stewardess. Da fragt man sich wieso man wirklich mehr zahlen soll um mit Lufthansa zu fliegen wenn man billig mit Rynair, GermanWings, etc fliegen kann ... das Argument „Service“ und „kostenloses Essen“ kann wohl nicht ziehen. Zum Glück zahlt meine Firma den Flug, sonst würde ich mich jetzt ärgern :-p Aber eins ist klar... wenn ich das nächste mal privat fliege, dann verzichte ich auf den tollen Lufthansa Service und schau nach einem Billigflieger. Eins muß man jedoch sagen... trotz der verspäteten Boarding Time stand ich 5 Minuten vor der geplanten Ankunftszeit bereits in Mailand an der Gepäckausgabe. Auch wenn das ein bischen diesen Italienischen Flair kaputt gemacht hat – so ganz ohne Chaos und Verspätung.
