Die Nacht im Zug war lang und wenig ereignisreich.... Ich war aufgeregt und nervös. Ich bin noch nie in Mailand gewesen, kenne die Stadt als Einkaufsparadies reicher Frauen, die am Wochenende kurz mal hinfliegen, mein Monatsgehalt (oder mehr) auf den Kopf hauen und wieder zurückfliegen. Und natürlich aus kurzen Erzählungen von Franco, der ja hin und wieder dort war. Ich hatte also viel Zeit, mich zu freuen, während ich krampfhaft versuchte eine einigermaßen bequeme Haltung zum Schlafen zu finden...Mein erster Eindruck war, nachdem wir mal aus dem Bahnhof und der Metro heraus auf dem Domplatz angelang waren, geprägt durch Unmengen an Tauben, fast so viele Schnorrer, die einem Dinge wie Glücksarmbände oder Tabenfutter nahezu mit Gewalt verkaufen wollen, und durch den Dom. Gigantisch – obgleich wegen Renovierungsarbeiten zum Teil mit Planen verhüllt – und Eindrucksvoll, von Außen wie von Innen, besonders aber von oben. Alles an dieser Stadt scheint riesig zu sein: Der Dom, die Gebäude, die Kaufhäuser. (Und - wenn man meine Füße fragt – auch die Entfernungen). Ich habe bestimmt nur einen Bruchteil dessen gesehen, was diese Stadt zu bieten hat, aber das was ich gesehen habe, hat mich beeindruckt.
Es war ein schöner anstrengender Tag, in Zweisamkeit mit meinem Liebsten... es hat Spaß gemacht, aber ich freue mich, wenn wir die Rückfahrt hinter uns haben und ich endlich die Beine ausstrecken und mich ausruhen kann! Nur: weiße Stiefel habe ich jetzt immer noch nicht...
