Samstag, 31. Januar 2004

Die letzte Woche

So ein Mist... Meine Aufzeichnungen der letzten Woche in Mailand sind irgendwie verloren gegangen. Da ich in Italien kein gescheites Internet hatte, habe ich mein Tagebuch für die letzte Woche vorgeschrieben und wollte es später dann zuhause ins Netz stellen. Da ich viel zu tun hatte bin ich nicht gleich dazu gekommen und jetzt find ich meine Einträge nicht mehr. Also muß ich noch ganz grob erzählen an was ich mich noch erinnern kann...

Am Wochenende waren wir in Pordenone im Geschäft meines Onkels. Er hat dort einen Laden in dem er Obst und Gemüse verkauft, daß er auf Sizilien anbaut. Hauptsächlich hat er natürlich Apfelsinen und Zitronenplantagen aber man bekommt in dem Geschäft eigentlich so ziemlich alles was in Sizilien wächst. Mein Onkel und meine Tante waren allerdings dieses Wochenende nach Sizilien gefahren. Also haben wir unsere Cousins Alfio und Marco besucht die das Geschäft weiter führen. Ich habe dann noch ein paar Stunden im Laden geholfen ... war echt lustig.

Also wenn das mein Geschäft wäre, hätte ich einge Ideen und Verbesserungsvorschläge. Ich denke ich sollte mal mit meinem Onkel sprechen. Dann sind wir etwas essen gegangen. Wer mal nach Pordenone kommt, der sei gewarnt. Es gibt scheinbar kein Restaurant in der Stadt. Es gab ein Steakhouse in das meine Schwester nicht wollte, weil es – zugegeben – wirklich unverschämt teuer war. Im einzigen Restaurant, daß wir dann finden konnten musste man fast eine halbe Stunde auf einen Tisch warten und so haben wir uns mit einer Pizzaria begnügt, von denen es wirklich genug gibt. Meine Schwester und ich hatten jedoch im Gegensatz zu Antonio und meinen beiden Cousins keine Lust auf Pizza und haben uns Nudeln bestellt. Böser Fehler. Während sie Pizza anscheind wirklich gut machen konnten, waren sie beim Nudeln kochen anscheind noch am lernen... im Endeffekt hat es geschmeckt wie Microwellennudeln ... nur ohne Salz.

Abends wollten meine Cousins unbedingt Bingo spielen... da ich noch nie Bingo spielen war, wollte ich mir das ganze mal anschauen. Ein selten blödes Spiel. Jetzt bin ich ja zum Glück wirklich sehr unanfällig gegen Glücksspiele – das habe ich damals schon im Casino von Luzern oder in Monaco gemerkt, wo ich mit einer Mark (damals gab es noch keinen €uro) den ganzen Abend ausgekommen bin. Wer sich also wirklich eine Grenze setzen kann, sollte sich das ruhig mal anschauen denn es war schon mal lustig und eine nette Atmosphäre. Allerdings ist das mit den Grenzen setzen so eine Sache und jeder denkt von sich selbst, daß er es kann. Von den Menschen die ich jedoch dort gesehen habe hatten sich die meisten nicht im Griff. Es war schon ein nettes Gefühl als das Pärchen, die bei uns am Tisch waren gewonnen hatten und das hübsche Mädel vom Bingosaal den Gewinn (über 500€ bei 3€ Einsatz) ausgezahlt hat. Aber wie uns die beiden dann mitteilten, hatten sie damit ihren Verlust von diesem Tag noch nicht gedeckt, da sie schon seit 5 Stunden da waren und schon ein paar hundert €uro mehr verloren hatten. Ich hatte mir als Limit 15€ gesetzt und die habe ich auch verloren. Aber dann war für mich auch Schluß. Allerdings hatte ich nicht wirklich damit gerechnet zu gewinnen... Im Gegensatz zu de meisten anderen Menschen, die man dort getroffen hat.

Am nächsten Tag sind wir mittags wieder zurück, daß wir auf dem Rückweg noch in der romantischen Stadt Verona vorbeifahren wollten. Nicht jedoch bevor wir uns noch etwas Obst und Gemüse eingepackt hatten.... Etwas ist gut. Ich hatte das Gefühl wir haben den ganzen Laden mitgenommen. Über 30 Kilo Apfelsinen, 10 Kilo Blutorangen, Auberginen, Zucchini, Tomaten, Brockoli, Blumenkohl, Kirschtomaten. Pistazien, Oliven, verschiedenes eingelegetes Gemüse usw....

Leider sind wir relativ spät in Verona angekommen, so das wir von dem schnuckeligen Städchen nicht viel sehen konnten. Wer sich für soetwas interessiert, der sollte zwei Tage (oder zumindest einen ganzen Tag von morgends bis abends) einplanen. Verona ist bekanntlich die Stadt, in der sich die tragische Liebesgeschichte von Romeo und Julia zugetragen haben soll. Aber die Stadt hat noch einiges mehr zu bieten als Julias Haus und den wohl berühmtesten Balkon der Welt, mit dem die Romanze damals begann. Die Arena ist neben dem Coloseum in Rom das größte antike Theater Italiens, an jeder Ecke stehen Statuen und Skulpturen (z.B. von Dante), hinter jeder kleinen romantischen Gasse findet man einen großen Platz oder ein besonders schönes Gebäude. Die Häuschen sind schön verziert und auch Abends ist die Stadt wunderschön beleuchtet. Das Haus von Julia wurde in ein Museum umgewandelt, das ich jedoch etwas enttäuschend fand. Von außen war es jedoch interessant. Die komplette Wand des Hauses ist beschriftet und mit Zetteln beklebt auf denen Millionen über Millionen Liebesschwüre hinterlassen wurden. Im Innenhof der berühmte Balkon unter dem eine etwas zu groß geraten Statue von Julia steht. Man sagt, wenn man Julias Arm berührt, bringt das Glück – und wenn man ihre Brust berührt, findet man innerhalb eines Jahres den Partner seiner Träume. Ich bin dann mal auf Nummer sicher gegangen und hab nicht nur ihren Arm berührt, sondern gleich beide Brüste... sicher ist sicher ;-) Ich werde euch auf dem laufenden halten, ob an den Geschichten wirklich etwas dran ist, oder ob das alles nur Aberglaube ist . Schade, daß es jetzt schon so lange her ist daß wir da waren, da die meisten Impressionen schon langsam verblassen und ich es schon nicht mehr so schön beschreiben kann.

In der letzten Woche hatte ich sowieso nicht so viele freie Zeit zur Verfügung, da ich nach der Schule ins Büro musste um zu arbeiten. Ich bin aber vorher noch jeden Tag nach der Schule mit Yoko Mittagessen gegangen und Donnerstag abend war ich mit Yoko und Akiko abends nochmal in einem Bistro. Der angekündigte Streik für diese Woche wurde zum Glück abgesagt, so daß ich ohne Probleme überall hingekommen bin. Im Büro war es ziemlich interessant meine Kollegen kennen zu lernen und zu sehen wie dort gearbeitet wird. Selbst arbeiten konnte ich jedoch nicht viel, da man zu lange braucht um sich reinzufinden und ich nur nachmittags da war. Als ich am Samstag zurück geflogen bin, war ich – wie immer wenn ich Italien verlassen muß – sehr traurig. Die Schule hat mir sehr viel Spaß gemacht, ich habe einige sehr nette Freunde gefunden und Mailand ist trotz Verkehrschaos, Smog und grauem Himmel eine sehr schöne und interessante Stadt.

Auf dem teuren Lufthansa-Flug konnte man wieder zwischen dem obligatorischen Wurst oder Käsebrötchen wählen und im Gegensatz zum Hinflug gab es diesmal nicht mal eine gut aussehende Stewardess.

Freitag, 23. Januar 2004

"Franco" auf japanisch

Gestern und heute war es wirklich nicht so einfach in der Schule. In Kommunikation haben wir italienische Radionachrichten gehört. Italiener haben die dumme Angewohnheit die Sprechgeschwindigkeit im Radio und im Fernsehen auf 250% zu beschleunigen. Im TV und Radio verstehe ich so gut wie kein Wort (abgesehen von den Soaps bei denen ich doch ziemlich viel verstehe). In Grammatik haben wir mit dem Konjunktiv angefangen welches extrem wichtig und schwer ist.

Da heute Anelise’s (das Mädel aus Brasilien) letzter Tag war, sind einige von uns nach dem Unterricht zusammen essen gegangen. Anelise (Brasilien)), Daniela (Östereich), Kerstin (Schweden) und die 5 Mädels aus Japan: Yoko, Akiko, Saki, Tomoko und Kumi. Alleine mit 8 Mädels unterwegs habe ich natürlich genossen ;-) Ich war wirklich froh daß die Wahl des Restaurants auf ein asiatisches fiel, denn italienisch hab ich die letzten Tage so viel gegessen und wenn man schon mal mit 5 Japanerinnen unterwegs ist, muß man auch die Gelegenheit nutzen um deren Kultur etwas kennen zu lernen. Abgesehen davon esse ich ja auch gern asiatisch.

Eines muß ich vorweg sagen... ich habe selten nettere und höflichere Menschen getroffen als diese Mädels. Vor allem mit Tomoko, Akiko und Yoko hab ich mich heute ziemlich angefreundet. Die drei Mädels und ich haben beschlossen verschiedene Sachen gemeinsam zu bestellen und dann einfach zusammen zu essen. Mädels ist gut... Tomoko ist eine verheiratete 29 jährige Frau, Akiko ist 27 und ihr Freund lebt in Deutschland in Ulm und Yoko ist 26.

Ich hab die Mädels das Essen aussuchen lassen, da sie sich in der asiatischen Küche ja besser auskennen und hab mich überraschen lassen. Wir hatten also eine Art Maissuppe und eine pikante Suppe, anschließend Reis mit Gemüse und asiatische Ravioli mit Sojasoße – was mir wirklich sehr gut geschmeckt hat... und einen Nachtisch, den ich aber irgendwie verpaßt habe, da mir Akiko versucht hat japanische Schriftzeichen zu erklären und mir meinen Namen in japanisch aufgeschrieben hat. Franco besteht aus 3 Schriftzeichen von denen das 1. sowohl „Buddhismus“ als auch „Frankreich“ bedeuten kann, das 2. bedeutet „Orchidee“ und für das 3. kann man entweder das Zeichen für „Kind“ nehmen oder für „Tiger“... Hmm... wenn ich das mal so zusammen puzzele bedeutet Franco soviel wie "buddhistische Tiger Orchidee"?? *lach*

Tomoko hat mir zuvor beigebracht wie man mit Stäbchen ißt. Endlich – das wollte ich schon immer wissen und ich bewundere ihre Geduld mit der sie meine Finger immer zurechtgebogen hat *g* ... Natürlich kann ich es noch nicht richtig da es Übungssache ist und vor allem Reis ist noch etwas schwierig zu essen aber immerhin bekomm ich schon mal was in den Mund.Yoko hat mich allerdings gelobt wie schnell ich lernen würde und wie perfekt ich die Stäbchen halten würde und Akiko meinte daß wäre die perfekte „deutsche Art“ Dinge zu tun *lach*

Akiko und Yoko haben mich für nächste Woche zum Essen eingeladen was aber leider für mich sehr schwer werden wird da ich nach der Schule jeden Tag ins Büro muß. Ich hab den Tag wirklich sehr genossen und kann nur noch mal wiederholen wie zuvorkommen und höflich diese Mädels waren. Ich wußte schon immer daß Japaner sehr liebenswürdige Menschen sind, aber trotzdem war ich überrascht. Ich glaube das Wort „Zicke“ gibt es auf japanisch überhaupt nicht.

Donnerstag, 22. Januar 2004

Back at School - die 2. Woche

In meiner Klasse gibt es neben mir nur noch einen Jungen – Andrè aus Brasilien und ansonsten nur Mädels was mir ja ganz recht war. Nein, nicht weil ich irgendwelche Hintergedanken oder irgendein Interesse hatte sondern weil ich mit Mädels einfach besser auskomme. Da haben wir Analise aus Brasilien; Daniela (die ich fast 10 Jahre jünger geschätzt habe) aus Österreich; Kerstin (ausgesprochen: Tschechtien) aus Schweden; Kumi, Saki, Yoko, Akiko und Tomoko aus Japan 2 Mädels aus Korea deren Namen ich mir nicht merken kann und diese Woche sind noch 3 Mädels aus der Türkei dazu gekommen. Allerdings besteht unsere Klasse immer nur aus ca 7 Personen weil einige in einer andere Stufe in Grammatik sind, andere in einer anderen in Kommunikation und einige müssen ab und zu arbeiten.

Montags war nach der Schule endlich mal wieder eine Konferenz die ich natürlich besuchte. Es war ein Vortrag über die Geschichte des italienischen Designs ... gehalten von – meinem Grammatiklehrer Bruno. Auch wenn diese Vorlesung nicht so gut besucht war wie die letzte, war es sehr interessant – was unter anderem der lockeren und lustigen Art von Bruno zu verdanken war. Nach der Schule bin ich shoppen gegangen. Wenn man schon mal in Mailand ist, muß man die Gelegenheit nutzen auch mal „richtig“ einzukaufen und so hab ich Versace, Armani, Calvin Klein, Gucci und Dolce&Gabanna abgeklappert – nachdem ich im Factory Outlet ja leider nichts gefunden habe. Ich habe eine Menge schöne Unterwäsche gefunden und 4 Pullover. Da es durch den Schlußverkauf in Italien derzeit überall „Sconto“ bekommt man die Klamotten ja fast geschenkt :-/ und so bin ich nach Hause gekommen und hab’ ein kleines Vermögen in Mailand gelassen. Eigentlich Schwachsinn – aber jetzt geht’s mir besser. So was hab ich mit meinen momentanen Depressionen wirklich gebraucht.

Mittwochs in Kommunikation war als Thema eigentlich das Thema „(Massen)Medien“ geplant wozu ja auch das Internet gehört. Allerdings sind wir vom Internet schnell auf meine Homepage gekommen und danach war Caserta.de das Thema für fast den Rest des Tages ;-) da sich niemand vorstellen konnte, daß ich mein ganzes Leben in einem Tagebuch offenlege und meine Webcam 24 Stunden am Tag online ist.

Sonntag, 18. Januar 2004

Shopping City

Eigentlich hatten wir uns vorgenommen am Wochenende nach Codernone fahren (in der Nähe von Venedig) um meine Tante und meine Cousins zu besuchen aber Antonio – der Freund meiner Schwester - ist krank geworden und lag am Samstag mit Fieber im Bett. Also habe ich den ganzen Samstag gelernt.

Am Sonntag ging es ihm aber schon besser und wir sind nach Seravalle gefahren. Als wir losfuhren, hat es geregnet, aber je weiter wir fuhren desto mehr verwandelte sich der Regen in Schneeregen bis es schließlich ein einziges Schneegestöber war und man knietief im Schnee stehen konnte...

In Seravalle haben sie ein künstliches Dorf gebaut. Ein Dorf aus Outlet-Centern. Mit Straßen, kleinen schnuckeligen Häuschen, Brücken, Springbrunnen, Türmchen usw... ein richtiges Dorf halt – aber nur Geschäfte von Marken wie Guess, Levi’s, Diesel, Nike, Reebok, .... bis hin zu Versace, Dolce&Gabanna, Calvin Klein und Prada. Es gibt 4 schön gestaltete Dorfplätze, Bars, (Eis)Cafe’s und ein Burger King. Insgesamt über 140 Marken zu Outlet Preisen und da gerade WSV (Winterschlußverkauf) in Italien ist kommen zu den Outlet Preisen noch mal 20-50% Skonto, was die Sache wirklich interessant machte. Für die Leute, die es interessiert, liste ich am Ende alle Marken auf, die dort ein Outlet Center haben. Außerdem kann man die Homepage des Dorfs „McArthur Glen Designer Outlets ™ Seravalle“ besuchen um mehr Informationen zu bekommen.

Ich kann jedem der in der Nähe ist nur empfehlen mal dorthin zu fahren. Das ganze Dorf ist wirklich sehr schnuckelig gemacht – wunderschön. Allerdings muß man dazu sagen, daß ich – trotz 140 Geschäfte nichts zum Anziehen gefunden habe. Da es nur ein Factory Outlet ist, ist es sehr schwer was schönes zu finden, daß dann auch noch in der richtigen Größe vorhanden ist ... Frauen haben wenigstens noch etwas mehr Auswahl.

Etwas enttäuscht, weil ich nichts schönes für mich gefunden habe sind wir in ein nahe gelegenes Einkaufszentrum um etwas zu essen und zum „Shopping“ und da hab ich doch was gefunden was ich mir gekauft habe: eine neue Webcam für Caserta.de Die „Sphere“ von Logitech ist eine Webcam, die Gesichter erkennen und diesem automatisch folgen soll wenn es aus dem Sichtbereich der Kamera gerät. Die Kamera sieht in der Tat aus wie ein kleines schnuckeliges Auge, daß einem die ganze Zeit anblickt und mit seinem „Blick“ verfolgt.






Folgende Marken findet man in „McArthur Glen Designer Outlets ™ Seravalle:


A.Testoni, Addidas, Aeffe (Alberta Ferretti, Moschino), Alexander & Nicolette, Allen-Edmonds, Alviero Martini, AND, Arfango, Argenteria Galbiati, Arimo, Asics, Aspesi, Baldassari, Baldinini, Bally, Bear Store (Maui, Rietveld), Beauty Outlet (Parfüme & Kosmetik) Bloomer / Moustique, Blunauta, Bodum, Bose Electronics, Bottega Verde, Bric’s, Bulgari, Cacharel und Cacharel Femme, Caleffi, Calzedonia Intimissimi, C’E’ Bassetti, Cerruti Jeans, Calvin Klein, Clarks / Lacoste, Clayeux, Coccinelle, Conte of Florence, Cotton Belt, David Mayer, Del Mare 1911, Diadora, Diesel, Docksteps, Dolce & Gabanna, Elena Miro’, Energie, Equivoco / DNA Easyway, Etro, Fratelli Rossetti, Frette, FROM by Vestebene, Furla, GAS, Gilli, Glenfield, Gotelli, Guess, Henry Cotton’s, Infiore, Invicta, Ixos, Kickers / UOK / Zanotti, K.I.D.S., L’Altamoda, La Casa Italiana, La Casa Nomade, La Perla, Lagostina, Levi’s / Dockers, LFC – Il Lanificio, Linearia Art Museum Store, Lovable Planet / FILA Underwear, Liu-Jo, Luciano Barbera, Madina Milano, Maria di Ripabianca, Malo, Mandarina Duck, Mares, Marina Yachting, Marlboro Classics, Marzotto, MC Kenzy, Modi di Campagna, Moncler, Moreschi, Motivi, Murphy & Nye, Nani Bon, Nike, Oltre, O’Neill, Onyx, Pal Zileri, Parah, Petit Bateau, Pharad, Pineider, Pinko, Pollini, Prada, Pupa, Reebok, Rifle Group, Robert Friedman / Two Flowers, Roberto Cavalli, Rosenthal, RCR – Royal Crystal Rock, Saldarin – Como, Sandro Ferrone, Samsonite, Savini, Scoop, Segue, Sergio Tacchini, Slam, Spazio Massimo Rebecchi, Sports Store, Staff International, Stefanel, Stonefly, Sunglass Time, Sutor Mantellassi, Swarovski, Timberland, Tommy Hilfinger, Toys Centre, Trussardi, T.S., Twin Set, United Colors of Benetton, Unlimited, Valextra, Valoro, Versace, Viceversa, Vicini, Villeroy & Boch, Wolford, Wrangler /Lee, Zanolini.

Donnerstag, 15. Januar 2004

Fast ein Streber ;-)

Mittwochs fuhr zum Glück wieder die U-Bahn denn ich hätte unmöglich laufen können. Der Weg zum Zug und zur U-Bahn war für mich schon eine Qual.
Aber ich hab mich wirklich auf den Unterricht gefreut. Soviel Spaß hat es mir noch nie gemacht zur Schule zu gehen. Ich habe soviel und sooft gelernt wie es ging. Im Zug, zuhause... Hausaufgaben habe ich meist doppelt so viele gemacht wie wir mußten und anschließend habe ich in meinen Grammatik Büchern gelesen. Bereits nach einem Tag wußten die Lehrer nicht nur meinen Namen sondern verwendeten mich auch in so ziemlich jedem Beispielsatz: „La ragazza che siedi vicino a Franco si chiama Kumi.“

Donnerstags habe ich eine Konferenz zum Thema „Die Gestik in der Sprache der Italiener“ besucht. Die Vorlesung hielt: Meine Lehrerin für Kommunikation – Babara. Und nachdem sie mich im Hörsaal erblickt hatte und mir erklärte, daß ich mich – als einer Ihrer Schüler – natürlich in die erste Reihe setzen müßte hatte sie viel Freude daran mich für Ihre Beispiele zu verwenden. Und spätestens nachdem sie mich dann 5 Minuten später dem ganzen Hörsaal offiziell als ihren Assistenten vorgestellt hatte und ich mit Ihr zusammen vor dem gesamten Hörsaal Gestiken vorführte, kannte jeder meinen Namen auf dieser Schule *g*

Schade, daß ich heute kein T-Shirt mit der Aufschrift www.Caserta.de anhatte – das wäre eine super Werbung für meine Homepage gewesen.

Dienstag, 13. Januar 2004

Gasteintrag - Angela Caserta

Hallo liebe Liebenden!!

Endlich geht mein größter Traum in Erfüllung und ich kann endlich auch meinen Senf in dieses Tagebuch schmieren!!! Zur Zeit befinde ich mich in Italien und gewährleiste meinem Bruder Asyl auf meiner äußerst unbequemen Schlafcouch (auf welcher er ständig liegt und lernt oder schläft) ...

... Gleich am Montag habe ich ihm die Möglichkeit gegeben Mailand hautnah mitzuerleben.

Er hatte die einzigartige Gelegenheit durch die wunderbare mailänder Smogluft zu schlendern und die komplette Stadt zu Fuß zu erkunden. Dabei konnte er die schimpfendenden Autofahrer auslachen, die wegen dem Verkehr kurz vor einem Nervenzusammenbruch standen. Ja, ja, da lachte er noch, der Franco und war voller Tatendrang nun jeden Tag zu laufen ( lächerlicher Weg von 1 Std. hin und 1 weiteren zurück, im exterm-walking Stil). Am nächsten Abend jedoch war ich diejenige die vor lauter Lachen beinahe die Treppe herunter fiel!!!!! WARUM?????? Na ich glaube wenn Ihr den Franco gesehen hättet, wie er sich die Treppe hinauf zog ( mit dem Gesichtsausdruck von Leonardo di Caprio als er in Titanic in die Tiefen sinkt und Golom aus Herr der Ringe als er gefoltert wurde) ja dann hättet IHR auch gelacht!!!! Den ganzen Abend konnte ich mir dann das Geheule über Blasen und aufgeriebene Beine anhören. Ich weiß nicht was schlimmer war, der Streik selber oder das Gewinsel. Und damit nicht genug, nein anstatt wie jeder nette Gast kleine Aufgaben zu übernehmen ( zu Spülen, Staubwischen, Boden saugen/wischen, Bad putzen und zu kochen) nervt er mich jeden morgen das wir den Zug verpassen und beschwert sich auch noch über eine äußerst nahrhafte LINSENSUPPE die es zum Abendessen gibt!!!! Na ja, man hat es halt nicht leicht als Gastgeber!!!!


######################### KOMMENTAR ########################

Da sieht man mal wieder was man davon hat, wenn man seiner Schwester die Möglichkeit gibt einen Kommentar in sein Tagebuch zu schreiben. Als Gegendarstellung sollte man meinen Eintrag von heute lesen. Außerdem möchte ich einen kleinen Kommentar zu den Anschuldigungen loswerden, ich sei ein schlechter Gast:

Als erstes sollte man bedenken daß ich mich in meinem Urlaub befinde. Während sich also unsere Pädagogin Angela in ihrem Urlaub (3 Monate Sommerferien und diverse Weihnachts-, Oster-, und was weis ich was Ferien) im sonnigen Gran Canaria, Tunesien, etc die Sonne auf den Bauch scheinen lässt verwende ich meinen Urlaub um in die Schule zu gehen und zu lernen. Trotzdem finde ich noch Zeit meine Schwester abends von der Arbeit abzuholen, ihr den Computer zu richten und mit ihr einkaufen zu gehen.
Franco
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Ein weiter Weg ...

Als ich morgens aufgewacht bin mußte ich feststellen, daß der 12 km Marsch vom Vortag leicht in meinen Beinen zu spüren war... ich bin es doch nicht mehr gewohnt.
Als mein Zug morgens wieder in Mailand ankam, mußte ich feststellen, daß die netten Menschen der öffentlichen Verkehrsmittel in Mailand ihren Streik auch heute fortsetzten. Schön, ich wollte ja eh laufen. Und da ich diesmal nicht alleine laufen mußte – Rosy wohnt wie gesagt in der Nähe vom Bahnhof – kam mir der Weg bis zur Schule nicht so lang vor.

In der Schule angekommen bin ich dann erst mal zum Schwarzen Brett um nachzusehen welcher Klasse ich nach dem Test zugeteilt worden war. Oh... Überraschung: Sowohl in Konversation als auch in Grammatik Stufe 6!? Oje... hoffentlich bin ich da nicht falsch. Doch zu meiner Überraschung hatte ich absolut keine Probleme, auch wenn ich merken mußte, daß mir einige Grammatik aus Stufe 4 und 5 fehlte...

Mit meinen Lehrern hatte ich wirklich Glück. In Kommunikation hatte ich Barbara – einer 33 jährigen, quirligen und sehr Lebhaften Lehrerin und in Grammatik Bruno – ein unglaublich lockerer und witziger 41 jähriger Lehrer, der es wirklich versteht auch langweiligen und Komplizierten Stoff wie Grammatik leicht und verständlich zu erklären. Nach der Schule wollte ich in die Buchhandlung und mir ein Grammatikbuch kaufen, welches mir Bruno empfohlen hat. Aber da in Italien die meisten Geschäfte über die Mittagszeit geschlossen haben, bin ich mit Rosy in die Innenstadt gelaufen um was zu essen. Ca 3 km bis zum Dom, aber ich war die Lauferei ja schon gewohnt. Anschließend wieder die 3 km zurück zur Schule, in deren Nähe sich der Buchladen befand. Dort habe ich mir 2 Grammatikbücher gekauft die nicht gerade dünn waren. Da ich auch jeden Tag mein Notebook mit mir rumtrug, wurde mein Rucksack jetzt langsam schwer.

Meine Schule „LinguaDue“ befand sich wie gesagt auf dem „Corso Buenos Aires“ und das mailänder Büro meiner Firma befindet sich in der „Viale Monza“ welche laut Stadtplan gleich die nächste Straße ist... Also lauf ich doch mal in die Firma und lern meine Kollegen kennen...

Schade nur, daß man auf dem Plan nicht sehen konnte, wie lang die Viale Monza ist.Denn da wo diese Straße auf dem Plan anfängt, hört mein Stadtplan leider auf und als ich dann irgendwann im Büro angekommen bin mußte ich feststellen daß wir die Hausnummer 258 und das von der Schule noch mal 6 km sind. Im Büro habe ich mich nicht lange aufgehalten. Ich habe zwei meiner Kollegen kennen gelernt, die mir das Büro und die Technik gezeigt haben, dann habe ich noch kurz mit unserem italienischen Manager gesprochen und dann habe ich mich wieder auf meinen 12 km langen Heimweg gemacht für den ich 2 Stunden gebraucht habe (6km bis zur Schule und noch mal 6 bis zum Bahnhof). Da in ganz Mailand Stau war, waren die Firmenwagen leider alle außer Haus.

An diesem Tag habe ich geschworen nie wieder zu Fuß in unser Mailänder Büro zu laufen. Als ich abends heimgekommen bin hatte ich insgesamt einen Fußmarsch von 5 Stunden (30 km) hinter mir. Ich spürte vor lauter Schmerzen weder meine Beine noch meine Füße, aber meine Schwester fand das unglaublich amüsant...

Montag, 12. Januar 2004

Mein 1. Schultag

Am Wochenende meiner Ankunft haben wir nicht allzu viel gemacht. Ich war mit meiner Schwester und ihrem Freund einkaufen ... Was man so braucht eben .. Lebensmittel, Haushaltswaren... aber auch Klamotten. Sonntags waren wir kurz bei Ikea in Mailand (ja, viele Geschäfte in Italien haben auch Sonntags geöffnet) und ansonsten hab ich meine Sachen ausgepackt und mich ein bißchen häuslich eingerichtet.
Aber Montags ging’s dann los:
Um 6.30 Uhr sind wir daheim los da ich mir noch eine Wochenkarte für den Zug von Mortara nach Mailand kaufen mußte. Zum Bahnhof sind es zu Fuß ca 10 min und um 6.50 Uhr fährt der Zug – wenn er denn pünktlich ist *g*
In Mailand muß ich dann mit der grünen U-Bahn (Metro 2) drei Stationen und dann in die rote U-Bahn (Metro 1) umsteigen. Sieben Stationen - am Mailänder Dom vorbei - bis zur Haltestelle Lima und schon bin ich da.

Das mit dem Zug hatte auch alles soweit ganz gut geklappt ... um 7.50 Uhr sind wir dann mir 5 min Verspätung in Mailand am Bahnhof „Porta Genua“ angekommen. Dann die freudige Nachricht: In Mailand ist Streik und somit gibt es keine öffentlichen Verkehrsmittel. Also schnell mal das wichtigste Hilfsmittel daß ich besitze – den Stadtplan von Mailand - aus der Tasche geholt und mir einen Überblick über die Lage verschaffen.
Ohne diesen Stadtplan wäre ich echt verloren gewesen, aber so habe ich alles problemlos gefunden. Mal sehen... der Bahnhof „Porta Genua ist also ziemlich südwestlich in Mailand... und meine Schule ist auf dem „Corso Buenos Aires“ der sich im Nordosten von Mailand befinden. Also nur geschätzte 6 km. Heute ein Taxi in Mailand zu bekommen ist wohl ziemlich aussichtslos. Abgesehen davon bin ich doch zu geizig die €24,00 zu bezahlen und da ich mich ja eh mal wieder sportlich betätigen wollte, bin ich also losgelaufen. Abgesehen von der Entfernung war der Weg recht einfach ... es ging die ganze Zeit eigentlich nur gerade aus und der Plan war mir zur Not auch eine große Hilfe. Auf diese Art habe ich es geschafft wirklich so ziemlich die ganze Stadt zu sehen ;-) und ich muß doch zugeben – so sehr ich Limburg liebe – der Mailänder Dom ist doch ein kleines bißchen monumentaler, gewaltiger und beeindruckender als der Limburger Dom.
Da ich relativ schnell gehe, bin ich nach durchaus beeindruckenden 50 Minuten an pünktlich an meiner Schule angekommen (die meisten anderen Schüler kamen heute übrigens zu spät oder gar nicht). Ich hatte leichte Probleme die Hausnummer 43 zu finden in der sich meine Schule „LinguaDue“ befindet, aber mit einer netten Joguslavin, die ich kurz vor der Schule kennen gelernt habe und die auch in diese Schule mußte, habe ich die Schule dann doch gefunden. Viel passiert ist an diesem Tag in der Schule jedoch nicht. Ich habe mich in der Schule eingeschrieben und dann einen Einstufungstest geschrieben damit man einschätzen kann welche Vorkenntnisse ich habe und in welche Klasse ich muß. Der Unterricht ist in 2 Teile aufgeteilt: Einmal Konversation und einmal Grammatik. Ich habe mich in Konversation realistisch für Klasse 4 eingeschätzt (1 ist ohne Vorkenntnisse und 9 ist perfektes italienisch – zu vergleichen mit Muttersprachlern) und in Grammatik Klasse 3. Da mir jedoch jede Grammatik fehlt, wollte ich eher in Klasse 2 damit ich es ganz von Anfang an lerne und mir nachher nichts fehlt. Den Test habe ich deshalb absichtlich eher etwas schlechter geschrieben und habe die Fragen die ich zwar richtig wußte, aber nicht erklären konnte, einfach nicht beantwortet.
Nach dem Test habe ich dann noch Jenny aus Schweden (sie ist Gehbürtige Philippinin, lebt aber seit ihrem 1. Lebensjahr in Schweden) und Rosy aus San Fransisco (Foto) kennen gelernt. Rosy wohnt bei einer Gastfamilie in der Nähe von Porta Genua (dem Bahnhof an dem ich morgens ankomme). Nach dem Test, mit dem ich um 10 Uhr schon fertig war sollten wir eigentlich von unseren Lehrern noch die Stadt wenigstens ansatzweise erklärt bekommen, aber da die Metro nicht zu Verfügung stand, viel das leider aus.
Also habe ich mich wieder auf den Weg gemacht und bin die ca 6km zurück zum Bahnhof gelaufen und nach Hause gefahren...

Samstag, 10. Januar 2004

Mein Flug nach Mailand

Da ich eine Monatskarte vom RMV besitze, war es nur sinnvoll den Zug zum Flughafen zu nehmen. Wieso sollte mich jemand mit dem Auto fahren, wenn ich umsonst Zug fahren kann!? Trotz eines 23kg Koffers und meinem Notebook im 5kg Handgepäck und obwohl ich in Niedernhausen umsteigen musste und vom Frankfurter Hauptbahnhof noch mit der S-Bahn zum Flughafen fahren musste war die Anreise zum Bahnhof eigentlich nicht schlimm. Ich hatte noch massig Zeit und hab mich erstmal im WLAN Bereich des Flughafens ausgetobt. Wie schön daß mein neues IBM Firmennotebook Wireless LAN gleich integriert hat :o)

Anschließend wollte ich einchecken, aber - die Lufthansa Check-Ins waren absolut überfüllt... das absolute Chaos. Zum Glück habe ich die den neuen(!?) QuickCheck-Ins gefunden. Vielleicht sind sie auch nicht neu - aber ich kannte sie jedenfalls nicht. Das ganze ist ein Automat mit dem man sich selbst ins Flugzeug einchecken kann. Einfach das Ticket in den Schlitz schieben und schon wird man freundlich begrüßt: Guten Tag Herr Franco Caserta!
Nachdem ich bekanntgegeben habe, daß ich gerne einchecken möchte und mich der Computer darauf hingewiesen hat, daß der ganze Flug ein Nichtraucherflug ist (zum Glück rauche ich nicht ;-)) durfte ich meinen Sitzplatz aus den foch freien Plätzen auswählen. Der Computer erklärt mir, daß ich mich für meinen Flug LH3886 um 12.15 Uhr an Gate 32 befinden muß und ich den Sitzplatz Nr. 14E habe, und spuckt mein Ticket wieder aus. Das Ticket noch schnell in den Automat neben an gesteckt ... dieser bestätigt mir nochmal die Daten, die mir sein freundlicher Coputerkollege genannt hat und fragt mich ob ich ein Gepäckstück aufgeben möchte. Natürlich will ich das... also bittet mich der Automat höflich jetzt den Koffer auf das Band zu stellen. Daß der Koffer 3 Kilo zu schwer ist, scheint ihn nicht zu stören und er druckt mir einen Zettel, den ich an meinem Koffer befestige. Nachdem ich die Frage nach weiteren Gepäckstücken verneine, spuckt er mein Ticket wieder aus und wünscht mir einen guten Flug. Das ganze hat keine 5 min gedauert. Ich werfe einen kurzen Blick rüber zu den altmodischen Check-Ins vor denen die Menschen in der langen Schlange mißmutig und brummelnd ständig generft auf die Uhr blicken und kann mir ein grinsen nicht verkneifen. Es lebe das 21. Jahrhundert :-)

Dann merke ich wie hungrig so ein Check-In macht (vielleicht liegts auch daran, daß ich noch nicht gefrühstückt habe) und entscheide mich erstmal was zu essen nachdem ich erfolgreich die Sicherheitskontrolle des Handgepäcks überstanden habe. Seit vor 6 Jahren mal die kleinen Lautsprecher meines Diskman am Frankfurter Flughafen auf Sprengstoff überprüft wurden, hab ich jedesmalein komisches Gefühl wenn ich Technische Geräte mit an Board eines Flugzeugs nehme. Wer will schon daß sein Notebook auseinander genommen oder mit dem blöden Pulver verdreckt wird, mit dem man Sprengstoff erkennen kann? Aber obwohl ich mit einem Rucksack voll mit 5 Kilo Technik daher komme und ich zugeben muß daß Notebook, Akkus, MP3-Player, Ladegeräte, Digitalkamera die ganzen Kabel und sonstige Technik auf dem Monitor für mich jetzt wirklich gefährlich und fast wie ein Sprengsatz aussahen, durfte ich ohne weitere Kontrollen passieren. Gut - darauf hatte ich jetzt auch echt keine Lust. Also erstmal was zu essen suchen... das war aber leichter gesagt als getan. Da ich mich nicht von Schokolade oder Parfüm ernähren wollte hätte ich vielleicht VOR dem Check-In was essen sollen denn hier hab ich nur Duty-Free Shops gefunden und Essen (außer Schokolade) gehört leider nicht dazu. Kurz vor Gate 32 hatte ich aber Glück und hab einen Stand gefunden um den sich bestimmt 40 Menschen drängten, die alle das gleiche Problem hatten wie ich: Hunger (oder Lust auf ein Bier)... als ich dann irgendwann dran kam hatte ich zu lange gewartet und war zu hungrig um mich über die €4.20 für ein einfach Würstchen mit Senf zu beschweren (warte mal... 8,40 DM für eine Wurst? Nicht schlecht)...

Ein kurzer Blick auf die Uhr machte mir klar, daß mein Timing ganz gut war… in 15 Minuten ist “Board Time” also machte ich mich auf zu meinem Gate. Um 12.20 kam jedoch eine Durchsag, dass das sich der Einlaß um 10-15 Minuten verschiebt. Zum Glück blieb es dabei und es gab keine weitere Verzögerung. Den Flug an sich fand ich schön. Ich mag das Gefühl wenn man vom Boden abhebt und der Magen noch einen Moment länger unten bleibt als der Rest. Oder wenn man kurz nach dem Start noch mal in ein Luftloch sackt... ich mag den Anblick wenn die Autos, Häuser und sogar Frankfurts Wolkenkratzer kleiner werden (auch wenn man davon heute durch das schlechte Wetter nicht so viel gesehen hat) und ich mag es wenn man die Wolkendecke durchbricht und den klaren Himmel und Sonnenschein sieht. Vom Lufthansa Service war ich jedoch etwas enttäuscht. Kein Fernsehen, nicht mal Radio. Zum Essen durfte man zwischen einem Salami- und einem Käsebrötchen wählen und nur eine hübsche Stewardess. Da fragt man sich wieso man wirklich mehr zahlen soll um mit Lufthansa zu fliegen wenn man billig mit Rynair, GermanWings, etc fliegen kann ... das Argument „Service“ und „kostenloses Essen“ kann wohl nicht ziehen. Zum Glück zahlt meine Firma den Flug, sonst würde ich mich jetzt ärgern :-p Aber eins ist klar... wenn ich das nächste mal privat fliege, dann verzichte ich auf den tollen Lufthansa Service und schau nach einem Billigflieger. Eins muß man jedoch sagen... trotz der verspäteten Boarding Time stand ich 5 Minuten vor der geplanten Ankunftszeit bereits in Mailand an der Gepäckausgabe. Auch wenn das ein bischen diesen Italienischen Flair kaputt gemacht hat – so ganz ohne Chaos und Verspätung.

Donnerstag, 1. Januar 2004

Happy Birthday Tagebuch

Wer meinen letzten Eintrag gelesen hat, weis wie das alte jahr für mich aufgehört hat und wie das Neue natürlich angefangen hat. Allerdings gibt es eine Sache die mich über Wasser hält...

Vor genau einem Jahr habe ich angefangen mein Tagebuch zu schreiben. Anfangs wirklich täglich – später leider nicht mehr sooft und am Ende habe ich es ziemlich schleifen lassen. Dafür möchte ich mich entschuldigen. Denn auch wenn es viele nicht verstehen können, wie ich mein Leben wie ein offenes Buch zur Schau stellen und teilweise wirklich private Gedanken, Gefühle und Ängste schildern kann – es hat mir wirklich Spaß gemacht und ab und zu geholfen daß ich mir einfach mal was von der Seele schreiben konnte.

Einer der Gründe wieso ich mein Tagebuch nicht mehr regelmäßig schreibe ist, daß ich bei der Deutschen Börse die Zeit hatte mein Tagebuch zu schreiben. Wenn andere Mittagspause gemacht haben, habe ich mein Tagebuch geschrieben. Mein neuer Job macht mir wirklich Spaß, aber er ist sehr ausfüllend und zeitraubend was zum einen bedeutet, daß ich kaum Zeit finde zu schreiben und zum anderen, daß ich von den 24 Stunden eines Tages 13-15 Stunden Tag auf der Arbeit (oder unterwegs) bin. Wenn man dann noch meinen Schlaf abzieht bleibt nicht viel Zeit in der was interessantes passieren kann über das ich schreiben könnte. Ich habe es schon oft geschrieben – ich versuche so gut es geht mein Tagebuch zu führen. Wenn mal was interessantes passiert und ich nicht dazu komme was zu schreiben werde ich versuchen es nachzutragen. Ich fand die Resonanz auf mein Tagebuch unglaublich, auch wenn ich noch immer nicht nachvollziehen kann, wieso das jemanden interessieren sollte. All die Briefe und eMails die mich erreicht haben, die netten Worte, Aufmunterungen aber auch Kritik und andere Sichtweisen. Es war toll zu sehen daß sich wildfremde Menschen Sorgen um mich machen weil ich mein Tagebuch nicht weitergeschrieben habe und sich bei mir erkundigt haben ob alles OK ist. Das sind Momente in denen ich eine Antwort auf die Frage finde „wieso schreibe ich dieses Tagebuch?“ Danke für Euere Unterstützung und für euer Interesse.

Trotz allem ein frohes neues Jahr

Franco