Mittwoch, 17. März 2004

Unverhofftes Wiedersehen

Um 5.30 Uhr morgends bin ich dann aufgewacht.. WOW – 12 Stunden geschlafen... wann ist das denn das letzte mal passiert? So lange schlaf ich sonst in 3 Tagen. Ich hab sogar vergessen was zu essen. Und ... mir gehts gut! Mir ging es so gut, daß ich etwas früher und voller Tatendrang ins Büro bin. Schließlich muß ich ja morgen schon wieder heim :-(
Zum Mittagessen hatte ich mich mit Rosy verabredet. Ich hab ihr gesagt, daß ich sie in der Sprachschule abhole, weil ich meinen Lehrer Bruno besuchen wollte... und tatsächlich: er stand gerade im Hof von LinguaDue als ich ankam.

Er hatte mich schon erkannt und gerufen bevor ich ihn überhaupt gesehen hatte und wir haben uns ein bischen unterhalten während ich auf Rosy gewartet habe, als plötzlich Kumi die Treppe runterkam und beinah mit mir zusammen gestoßen wäre. Überrascht ist sie mit offenem Mund vor mir stehen geblieben und hat mich angestarrt... vermutlich hat sie überlegt ob ich es wirklich bin oder nicht – bis ich sie lächelnd gefragt hab wie es ihr geht. Da ist sie mir um den Hals gefallen und hat mich gedrückt... schöne Begrüßung :-) ... in dem Moment kamen auch Yoko und Tomoko die Treppe runter. Yoko wusste ja schon, daß ich in Italien bin, aber ihre Begrüßung war trotzdem etwas kurz und kühl, was mich doch ziemlich enttäuscht hatte, denn mit ihr hatte ich eigentlich am meisten zu tun. Tomoko war so überrascht mich zu sehen, daß sie eine zeitlang braucht um die Frage zu formulieren was ich denn in Italien mache. Dann verabschiedeten Yoko und Tomoko sich aber auch schon, da sie leider einen Termin hatten. Schade. Kumi wollte auch los, da sie mit Freundinen zum Mittagessen wollte und hat mich gefragt ob ich nicht mitkommen wolle. Wir haben noch auf Rosy gewartet und sind dann (mit einem anderen Mädel aus Amerika, einem Mädel aus Spanien, einer Koreanerin und einem Japaner) in ein chinesisches Restaurant essen gegangen... Ich war erst nach 3 Uhr wieder auf der Arbeit aber es war sehr lustig gewesen. Da ich die andern beiden Tage ja keine Mittagspause gemacht hatte fand ich es auch nicht schlimm, daß ich heute so überzogen hab. Eigentlich wollte ich ja gar nicht zurück und wäre lieber mit den Mädels einkaufen gegangen... *seufz*

Aber es dauerte nicht lange, da kam eine SMS von Kumi ob ich heute abend was trinken gehen wollte. Also Hab ich mich mit ihr vorm Armani Haus an der Metrohaltestelle „Montenapoleone“ verabredet. Die Haltestelle liegt eine Station mit der gelben Metro (M3) vom Dom entfernt - also ziemlich zentral. Ich war ziemlich überrascht, als ich dort ankam und feststellte, daß Dani – das Mädel aus Österreich – auch dort war. Ich wusste gar nicht, daß sie noch in Mailand wohnt. Sie macht zur Zeit ein Praktikum bei einem Designer für Lampen. Wir sind was essen gegangen und es war ein sehr lustiger Abend, der leider viel zu schnell vorbei war.

Als ich dann mit der Metro zurück ins Hotel wollte, erwartete mich noch eine Überraschung. Ich saß in der Metro, als sich an einer Haltestelle die Tür öffnete und Kerstin (das Mädel aus Schweden) einstieg. Ihr Gesicht hätte ich gern fotografiert als sie mich in der U-Bahn sitzen gesehen hat. Lange konnten wir uns leider nicht unterhalten, da sie schon 3 Stationen später wieder raus musste, aber es war schon sehr schön daß ich sie nochmal gesehen habe. Die Welt ist sooo klein.

Dienstag, 16. März 2004

Krank :-(

Verdammt ... ! Hab ich was falsches gegessen? Gegen 4 Uhr bin ich aufgewacht und hatte richtig übel Bauchschmerzen. Ich hab mich bis noch 2 ½ Stunden im Bett zumgewälzt ohne nochmal einschlafen zu können und dann bin ich aufgestanden und hab mich unter die Dusche gestellt. Am liebsten wäre ich liegen geblieben denn irgendwie war mir auch etwas schwindlig – da konnte auch die kalte Dusche nichts dran ändern, aber das hätte sehr dumm ausgesehen, wenn man mich extra nach Italien einfliegt um meinem Kollegen zu helfen und ich dann „krank mache“. Also hab ich mich in die Firma gequält. Je länger ich jedoch gearbeitet habe, desto schimmer wurde es. Und bis zum Mittagessen waren zu meinen Bauchschmerzen noch Kopfschmerzen hinzu gekommen und ich fühlte mich schwach, grippig und hatte unter Garantie Fieber. Aber zum Glück war ich in Italien und nicht in Deutschland, denn das ist ein wesentlicher Unterschied: Männer lieben es halt mal bemitleided zu werden und während ich in Deutschland kaum Mitleid bekommen hätte, hab ich von den Mädels im Mailänder Büro um so mehr davon bekommen...

Eine Kollegin ist in ihrer Mittagspause extra in die Apotheke gegangen um mir ein Aspirin zu kaufen (obwohl ich sagte ich will keins) eine andere hat mir ein Glas und Wasser organisiert... ich musste mich hinsetzen und sollte nicht mehr arbeiten – damit war ich jedoch nicht so einverstanden und jedesmal wenn das Telefon geklingelt hat und jedmand ein Problem hatte, hat eine Kollegin einfach das Telefon abgehoben und erklärt daß es mir nicht so gut geht und er solle mit seinem Problem mal warten...
Naja, wer mich kennt, weiß daß ich trotzdem meine Arbeit mache, aber die Führsorge hab ich trotzdem sehr genossen. Um 17 Uhr wurde ich dann allerdings energisch heimgeschickt. Da ich mich ja wirklich beschissen gefühlt habe, bin ich auch tatsächlich ins Hotel und hab mich ins Bett gelegt.

Montag, 15. März 2004

Mailänder Kollegen

Ich wurde in unser Büro in Mailand geschickt, da meine Kollegen für Betreung der IT-Systeme in Italien derzeit etwas unterbesetzt sind. Genau gesagt war nur einer für ganz Italien vorhanden. Naja... mit mir zusammen wird er das schaffen :-p

Als ich morgends ins Büro kam, war ich überrascht wie viele Leute mich sofort erkannten und sich gefreut haben mich wieder zu sehen. Im Büro herrscht eine tolle Atmosphäre und die Leute sind alle sehr nett zu mir (aber darüber kann ich mich ja auch in Frankfurt nicht beschweren). Was mir jedoch neu war, war daß mir einige Mädels ein Küsschen auf die Wange gedrückt haben nachdem ich Ihre Computer Probleme behoben hatte... das sollte man vielleicht in Frankfurt auch einführen ... *grins* ...

Ich wollte mich dann für abends mit einigen Freundinen treffen, die ich damals in der Sprachschule kennen gelernt hatte, aber das war leider sehr enttäuschend. Die Mädels von denen ich die Handy Nummer hatte, waren alle nicht in Mailand: Rosy musste arbeiten, Saki war in Rom, Akiko war in Ulm in Deutschland ihren Freund besuchen und Yoko macht gerade ihren Führerschein. Und von den anderen hatte ich nur die eMail Adresse, die ich natürlich in Deutschland vergessen hatte. Ich war etwas traurig und enttäuscht, da ich mich sehr darauf gefreut hatte sie wiederzusehen.

Da ich keine Lust hatte den Abend alleine zu verbringen und der Fitnessraum im Hotel auch nicht dazu einlud den Abend dort zu verbringen, habe ich sehr lange gearbeitet und bin dann – nachdem ich noch ein bischen einkaufen war – ins Hotel.

Sonntag, 14. März 2004

Back to Milan

Ich bin dann 3.30 aufgestanden und hab die restlichen Dinge in den Koffer gepackt und mich fertig gemacht bevor ich gegen 04.30 mit dem Firmenwagen nach Frankfurt gefahren bin. Um 05.15 war ich dann in der Firma und hab das Auto ausgeladen, den Papierkram fertig gemacht und bin zur U-Bahn Station da um kurz nach 6 die U-Bahn zur Hauptwache fährt, von wo aus ich mit der S8 oder der S9 zum Flughafen komme. Mein Flugticket war am Schalter unseres Reisebüros hinterlegt und die Dame am Schalter war so nett gewesen mich schon am Vortag einzuchecken, so daß ich nur noch meinen Koffer abgeben musste. 8:20 Uhr – Boarding time.

Es gab 2 Drehkreuze, durch die man in das Flugzeug gelangen konnte, aber nur an einem stand eine Stewardess um die Flugtickets der Passagiere entgegen zu nehmen. Wieso machen die nicht beide Eingänge auf wenn so viele Leute warten? Hmm... was steht da klein am 2. Drehkreuz geschrieben? Entry for passengers with electronic tickets? Mal sehen... mein Flugticket hat einen Magnetstreifen (haben das nicht alle?) also würd ich sage, es ist elektronisch. Also bin ich einfach mal ganz dreist an der Schlange vorbei maschiert und hab mein Ticket in den Schlitz an dem lerren Drehkreuz gesteckt. Ein kurzes Summen, dann ein grünes Lichtchen und ich konnte durch... während die anderen brav in ihrer Schlange warteten bis die Stewardess mit Ihrem Ticket das selbe machte wie der Automat den ich benutzt hatte ...

An Board des „tollen“ Lufthansa Fluges wieder keine hübsche Stewardess – aber dafür wieder die altbekannte Frage ob ich ein Käse- oder ein Salamibrötchen will. Ich reg mich nicht mehr darüber auf – auch wenn der Flug diesmal noch um einiges teurer war, als der letzte, da er ziemlich kurzfristig gebucht wurde. Den Flug hab ich dann eigentlich komplett verschlafen. War gestern doch etwas spät und heute morgen etwas zu früh.

In Mailand angekommen bin ich dann zum Malpensa Express – das ist der Zug der vom Flughafen Mailand Malpensa direkt in die Innenstadt fährt. Die Fahrt hat ca eine Stunde gedauert und mit der Metro weiter zum Hotel wo ich gegen 12 Uhr angekommen bin. Das Hotel hatte zwar auch 4 Sterne wie das Hotel in Hamburg, aber ich finde, daß es eine Klasse schlechter war. Die Möbel waren zwar viel moderner und schöner vom Design her (das erwartet man ja auch von Mailand) aber das Zimmer war sehr kleine – vermutlich nur 1/3 von meinem Zimmer in Hamburg, das Bad hatte nur eine Dusche und keine Badewanne, der Fitnesraum war nur ein kleines Zimmer mit sehr wenigen Geräten (viel zu eng zusammen gestellt und keine freien Gewichte) und einen Wellnessbereich mit Sauna hat man vergeblich gesucht. Auch das Frühstuck war lange nicht so umfangreich wie das in Hamburg. Nicht daß man mich jetzt falsch versteht – das Hotel war nicht schlecht. Das in Hamburg war nur einfach sehr gut.

Aber was soll’s – Hauptsache wieder in Mailand :-D Ich hab mich dann jedenfalls erstmal auf den Weg in ein Museum gemacht, daß ich eigentlich schon das letzte mal besuchen wollte – wozu ich im Januar aber zeitlich nicht gekommen bin. Das „Museo di Storia Naturale“ (Naturgeschichtliches Museum) steht neben dem „Planetario“ in den „Giardini Pubblici“ (öffentlichen Gärten). Am Besten fährt man mir der roten Metro (M1) zum „Pta Venezia“, aber da wir relativ schönes Wetter hatten und ich Mailand etwas vermisst hatte, bin ich gelaufen. Das Museum ist kostenlos und ich fand es nicht uninteressant – auch wenn ich das alles im Prinzip schon mal gesehen habe.
Eltern kann ich jedoch nur wärmstens empfehlen mit ihren Kindern das Museum mal zu besuchen wenn man in Mailand ist. Erstens ist es wie gesagt kostenlos, und daß man für etwas nicht einen Haufen Geld bezahlen muß ist in Mailand sehr selten. Außerdem gibt es dort neben einigen Skeleten von Prähistorischen Tieren auch eine Austellung von ausgestopften Tieren aus aller Welt, die liebevoll und mit sehr viel Liebe zum Detail in eine künstliche Landschaft gestellt wurden. Wo sonst kann man seinem Kind Tiere aus aller Welt in Lebensgröße und in ihrem „natürlichen Lebensraum“ zeigen?

Anschließend bin ich mit dem Zug nach Mortara gefahren und hab meine Schwester besucht. Gegen 23 Uhr war ich dann wieder im Hotel. Der Tag war lang und schon ein bischen anstrengend, aber als ich ziemlich müde in meinem Bett lag, bin ich mit einem Lächeln eingeschlafen... schön wieder hier zu sein...

Samstag, 13. März 2004

Körperwelten

Heute morgen hab ich von 8.00 bis 14.00 Uhr in der VHS gearbeitet. Kurs: PC Servicetechniker.
Anschließend bin ich nach Frankfurt auf die Körperwelten gefahren. Wer „Körperwelten“ nicht kennt: Es ist eine Ausstellung, die Tote zeigt - anatomisch „zerlegt“. Am besten schaut man sich die Homepage an.
Über diese Ausstellung kann man wirklich geteilter Meinung sein und sie ist – keine Frage – sehr umstritten. Ich muß jedoch gestehen, daß ich es sehr interessant fand und mich geärgert hätte, wenn ich die Chance sowas zu sehen nicht genutzt hätte. Obwohl ich bei Blut oder Verletzungen jeder Art sehr sehr empfindlich bin, war diese Ausstellung überhaupt kein Problem. Die Körper und Körperteile sehen so unwirklich aus, daß man absolut nicht merkt daß man es mit echten Leichen zu tun hat.

Es ist mehr als interessant zu sehen wie der menschliche Körper aufgebaut ist, welches Organ wo liegt, usw... Auch vom moralischen finde ich diese Ausstellung nicht verwerflich, da es sich bei den verwendeten Körpern laut Aussteller Gunther von Hagen ausschließlich um die von Körperspendern handelt. Und in anderen Museen werden auch die Knochen von „Urmenschen“, Pharaoen, etc ausgestellt. Auch den Gletschermensch „Ötzi“ hat niemand vor seinem Tod gefragt ob er damit einverstanden ist, daß sein Körper ausgestellt wird...
Ein bis zwei Stunden kann man durchaus für die Ausstellung einplanen nur die Wartezeit von 2 Stunden fand ich ziemlich ärgerlich.
Abends hab ich meine Koffer gepackt und bin bei Zeit ins Bett da ich müde war und morgends früh raus musste.

Freitag, 12. März 2004

Hamburg

Als ich heute morgen aufgestanden bin und aus dem Fenster geschaut hab, hat mich beinah der Schlag getroffen. Schnee. Alles weiß. Toll! Ausgerechnet wenn ich mit dem Auto nach Hamburg muß. DieVerkehrssendung im Radio brauchte 7 Minuten um alle Staus, Unfälle und Meldungen aufzuzählen. Da viele Meldungen die A5 und die A7 betrafen und die A3 und die A1 eigentlich gar nicht genannt wurden, hab ich beschlossen über Köln und Bremen zu fahren. Trotz des Schneetreibens war die Autobahn frei von Schnee und Autos und ich kam relativ angenehm nach 5 ½ Stunden in Hamburg an.

In Hamburg musste ich allerdings ein bischen rumirren, bis ich den Gänsemarkt gefunden hatte wo sich unser Büro befindet. Ich bin dann erstmal kurz ins Hotel einchecken und meine Koffer aufs Zimmer bringen. Das Renaissance Hotel Hamburg hat 4 Sterne und ich fand den Aufenthalt wirklich angenehm. Das Personal war mehr als freundlich und mein Zimmer viel zu groß, da mir irgendwer ein Zimmer mit 2 Doppelbetten gebucht hat.

Ich bin dann erstmal wieder ins Büro arbeiten und hab mich dann abends gemütlich in die Badewanne gelegt. Bis ich festgestellt habe, daß es ein Fitness- und Wellnessbereich gibt. Endlich mal Zeit für Sport – ich hab dann den Abend im Fitnessbereich verbracht und anschließend in der Sauna entspannt. Mittwochs rief mich dann mein Chef aus England an und erzählte mir daß meine Kollegen in Mailand wohl nächste Woche etwas unterbesetzt sind und fragte mich ob ich vielleicht die nächste Woche in Italien arbeiten könne... nur wenn es OK ist und ich damit kein Problem habe... Hmmm – laß mich mal kurz überlegen... also ich weis nicht.... (JUHUUUUUU) nagut, ist schon OK... ich laß mich überreden :-D

Ich war super glücklich über diese Neuigkeit und sehr aufgedreht. Ich bin dann noch lange im Büro geblieben, damit ich mit meiner Arbeit fertig werde und war abends wieder im Fitnessbereich und in der Sauna. Und am Donnerstag bin ich vormittags nochmal ins Büro und hab mich dann gegen Mittag auf den Heimweg gemacht wo ich gegen 17 Uhr angekommen bin.

Auch wenn es mir einige nicht glauben – so wirklich viel von Hamburg hab ich nicht gesehen. Und – NEIN – ich war auch nicht auf der Reeperbahn.