Montag, 29. August 2005

Am Bodensee

Da unser Urlaub diesen Sommer ja ausgefallen ist, haben wir beschlossen ein paar Tage an den Bodensee zu fahren. Übernachtet haben wir im Renaissance Hotel in Zürich. Ich bin sehr gerne da und kann es mit gutem Gewissen empfehlen. Tagsüber sind wir dann zu unseren verschiedenen Ausflugszielen am Bodensee gefahren. Obwohl mieses Wetter gemeldet war, hatten wir wirklich Glück. Nicht nur daß wir trocken geblieben sind, wir hatten teilweise sogar Sonnenschein :-)

Am ersten Tag haben wir uns also den Rheinfall von Schaffhausen angesehen. Am zweiten Tag die wunderschöne Blumeninsel Mainau und Konstanz. Dort sind wir auch noch ins SeaLife Aquarium gegangen, von dem ich aber ein bißchen enttäuscht war. Da fand ich das Aquarium von Genua um einiges besser.
Samstags sind wir nach Salem auf den Affenberg gefahren. Dort gibt es nicht nur freilaufende Affen, sondern auch mehr Störche auf einen Haufen, als ich bisher in meinem ganzen Leben zusammen gesehen habe. Wirklich ein sehr schönes Ausflugsziel. Anschließend haben wir noch einen Umweg über Ravensburg gemacht und uns einen neuen Themenpark mit dem Namen „Minimundus“ angesehen. Ein Park, in dem viele Sehenswürdigkeiten dieser Welt in Miniatur nachgebaut wurden. Sehr schöne Idee – sehr schlechte Umsetzung. Einen Besuch in diesem Park sowie das Eintrittsgeld kann man sich getrost sparen.
Sonntags waren wir dann noch in Zürich im Zoo und sind am nächsten Tag auf dem Heimweg in Lindau vorbei gefahren und haben uns „Das Happy End von Deutschland“ angeschaut *g*

Sonntag, 21. August 2005

Schnuppertauchen

Nach dem Verlusts eines geliebten Menschen muß man sein Leben ändern.
Man kommt am Besten wieder in die Spur, wenn man beschäftigt ist, sich Dinge erfüllt, die man sich schon lange wünscht und wenn man etwas in seinem Leben ändert.
Die nächste Zeit wird einiges passieren. Ich hab unseren Terminkalender ziemlich vollgepackt. Und für einen meiner Wünsche habe ich heute den Grundstein gesetzt: Wir waren Tauchen.

Tauchen und alles was damit zu tun hat fasziniert mich schon immer. Wenn ich ein Aquarium sehe, muß ich hin und es mir anschauen, wenn ich beim zappen an eine Unterwasser Dokumentation komme, bleibe ich dort hängen, usw...
Tauchen wollte ich schon immer – vor allem mit Haien. Also waren wir heute im MonteMare in Rheinbach und haben einen „Schnuppertauchkurs“ gemacht. Der Spaß hat komplett ca. 60€ pro Person gekostet (inkl. Ausrüstung). Ich kann nur sagen: Tauchen ist unglaublich toll. Man fühlt sich frei - schwerelos. Christine hatte Angst und anfangs auch echte Probleme sich an die andere Atmung unter Wasser zu gewöhnen. So schlimm, daß sie hyperventiliert hat.

Als sie sich beruhigt hatte, ging es etwas besser, aber ich war mir sicher daß das unser erster und letzter Tauchgang war, aber am Ende hatte sie doch soviel Spaß, daß sie meinte sie wolle noch einen Schnuppertauchgang probieren um zu sehen ob sie beim nächsten mal wieder Probleme hat.

Rheinbach ist zum Tauchen übrigens wirklich zu empfehlen. Es gibt ein Indoor-Tauchbecken von 10 Metern Tiefe welches immer wieder umdekoriert wird (Schiffswrack, Unterwasservulkan, etc) … wir sind jetzt also Discover Scuba Diver und ich freu mich wirklich auf das nächste mal…

Freitag, 19. August 2005

Peter Basinski

Wieder eine Tragödie. 2005 – was ist das für ein Jahr? Mein Freund Peter Basinski ist heute bei einem Motorrad Unfall gestorben. Ein Auto hat ihm die Vorfahrt genommen.

Peter war nicht nur ein Freund von mir, sondern auch der Lebenspartner meiner Freundin Katharina Lew und der Bruder von einem meiner Besten Freunde – Martin Basinski. Alles unglaublich tolle Menschen. Die jetzt etwas ähnliches mitmachen müssen wie ich letzten Monat. Man hatte sich leider etwas aus den Augen verloren, da man leider zuviel arbeitet, wenig Zeit hat und schnell vergißt, was wirklich wichtig ist – Freunde. Bei der Beerdigung meines Vaters waren meine Freundin Iris, und meine Freunde Mathias Kaniut, Stefan Reusch, Sebastian Harnisch und Martin Basinski wie selbstverständlich für mich da, obwohl wir uns lange nicht gesehen hatten. Und einen Monat später muß ich für Martin da sein.
Peter war ein unglaubliche toller Mensch und wir werden ihn in Erinnerung behalten.

Er liegt auf dem Friedhof direkt neben meinem Vater.

Sonntag, 14. August 2005

Sandra's Hochzeit

Meine Cousine Sandra hat heute geheiratet. Sie ist meine Cousine mütterlicherseits (Die Tochter des Bruders meiner Mutter). Also eine Stöhr. Zumindest bis heute – denn heute hat sie Nico Schneggenburger geheiratet. Über die Hochzeit selbst will ich nicht so viel sagen. Ich hab auch nicht soviel mitbekommen. Ich denke man kann nachvollziehen daß ich nicht wirklich in der Stimmung bin irgend etwas zu feiern – ohne meinen Vater.
Aber erwähnen wollte ich das Ereignis trotzdem, da es ja für unsere Familie nicht unwichtig ist. Auf jeden Fall wünsche ich Nico und Sandra viel Glück und alles Gute für die gemeinsame Zukunft.

Freitag, 12. August 2005

1 Monat

Mein Papa ist jetzt seit einem Monat nicht mehr bei uns, und obwohl ich mein Leben weiter lebe habe ich zeitweise das Gefühl es läuft einfach an mir vorbei. Wie ein Film den man sich als Außenstehender ansieht. Man ist nicht selbst von diesem Leben betroffen.
Ich bin wirklich froh daß Christine da ist. Ich wüßte nicht wie ich ohne sie diese Zeit überstehen würde. Um meine Mutter und meine Schwester mach ich mir aber ziemliche Gedanken. Es kommt mir so vor, als ob ich mein Leben ziemlich im Griff habe, aber Außenstehende die nichts vom Tod meines Vaters wissen sagen ich wäre anders. Ernst. Ich versuche mir meine Gefühle und Gedanken nicht anmerken zu lassen – meistens klappt es auch da ich mir meiner Gedanken selbst nicht mal richtig bewußt bin.

Manchmal passiert es aber daß ich doch in ein Loch falle. Das kann durch ein Gespräch passieren, Lieder, Gedanken die Abschweifen oder einfach so – ohne Vorwarnung.
Dann überkommt mich einfach alles und ich kann die Tränen nicht mehr halten.
Aber das ist nichts gegen die ersten Tage nach uns mein Vater genommen wurde…

Wenn man von einer Tragödie im Bekanntenkreis oder im Fernsehen hört, versucht man sich vorzustellen wie man sich fühlt wenn jemand stirbt der einem viel bedeutet. Ich hatte mich schon ab und zu mal gefragt wie das Leben ohne meinen Vater oder meine Mutter wäre.
Aber das Gefühl kann man sich nicht vorstellen. Nicht mal Ansatzweise. Anfangs versteht man nicht was da gerade passiert. Man ist traurig und weis nicht genau wieso. Alles ist weit weg und unwirklich. Man versucht einen klaren Gedanken zu fassen. Sich darauf zu konzentrieren das Richtige zu tun. Denken fällt ziemlich schwer da das Gehirn sehr beschäftigt ist. Es versucht zu begreifen was los ist. Eine alternative Erklärung zu finden, denn die Wahrheit kann nicht wahr sein. Gedanken verstricken sich in ein einziges Gewirr – ein einziges Paradoxon. Man fühlt eine unbeschreibliche Leere.

Zeit heilt alle Wunden – aber erstmal macht sie alles schlimmer. Irgendwann hatte das Gehirn genug Zeit die Gedanken zu ordnen. Langsam aber sicher begreift man was passiert ist. Man wacht aus dieser Trance auf und es trifft einen wie ein Vorschlaghammer.
Man erkennt die Wahrheit und muß sie akzeptieren. Und in dieser Zeit stirbt der geliebte Mensch in Gedanken noch einmal. Noch mehrmals. Die Leere die man gespürt hat geht – an ihre Stelle tritt Schmerz. Man weiß daß das Leben nie mehr so wird wie es mal war und man fragt sich wie man es weiterleben soll. Ein Leben ohne den Menschen den man verloren hat scheint kaum vorstellbar. Jemals wieder glücklich sein – oder wenigstens lachen – oder wenigstens nicht mehr traurig sein? Unmöglich!
Jetzt, einige Zeit später weis ich daß es doch geht. Zeit heilt alle Wunden. Erstmals wird mir bewußt wie wahr das Sprichwort ist, das man in der Vergangenheit sooft gehört hat und selbst so unbedacht und nichts ahnend in den Raum geworfen hat. Ein Monat ist nicht lange und ich hab noch oft Rückfälle in die Melancholie, aber ich merke daß es mir besser geht.

Je mehr Zeit vergeht, desto schwächer wird der Schmerz. Man bekommt beim Atmen wieder Luft. Wenn man ich an meinen Vater denke, muß ich manchmal lächeln anstatt zu weinen. Der Schmerz weicht der Erinnerung an einen ganz besonderen Menschen. Der Haß auf die Krankheit weicht der Wertschätzung und Dankbarkeit. Anfangs spürt man nur die Lücke die der Tod dieses Menschen hinterlassen hat, aber immer öfter wird die Lücke von Erinnerungen gefüllt. Und man ist froh daß man diesen Menschen kennen durfte und in meinem Fall einen so tollen Vater hatte …

Danke.